Das kleine Geschoss – innen gross

Die attraktive Heckansicht des CLA Shooting Break.

Autotest: CLA 250 Shooting Break

Mercedes hatte bisher den Charme eines Chauffeurfahrzeugs und eines Autos, das ältere Herren bevorzugen: Gediegene Karosserie, ordentlich Leistung und vor allem Bequemlichkeit. Spätestens mit der neuen Generation der neuen A-Klasse hat sich dieses Image grundlegend geändert. Schnittige Formensprache des Teams um Chefdesigner Mark Featherstone, junges Interieur, technische Finessen auch abseits des puren Autobetriebs wie Zugang zum Internet gleich ab Fahrzeug und weitere technische Spielereien. „Connect me“ nennt Mercedes das. Der CLA dient als fahrende Basis-Station fürs Internet, Facebook und Wetter, Nachrichten und Standheizung-Fernbedienung in einem.

Formel-I-Star Nico Rosberg thematisiert das in einem Werbespot. Andere Sportler, vor allem aus dem Golfbereich, bekennen sich zur Stern-Marke aus Stuttgart. Martin Kaymer, Bernhard Langer, Marcel Siem, Carolin Masson und Jungstars wie Karolin und Moritz Lampert tragen den berühmten Stern am Arm, sind Markenbotschafter der Untertürkheimer und haben ihn als fahrbaren Untersatz unter ihrem Allerwertesten.

lo res caro

Karolin Lampert mit ihrem Dienstwagen.

golfen.cc hat sich die A-Klasse, den Dienstwagen von Karolin Lampert ausgeliehen und einige Wochen im Praxiseinsatz getestet. Für Golfer natürlich zunächst die drängendste aller Fragen: Wie kommt mein Golfbag unter? Karolins Dienstwagen, der CLA nimmt es ganz ordentlich auf. Der neue Shooting Break dagegen hat noch ein bisschen mehr Stauraum. Bringt das Coupé 470 Liter mit, so legt der Shooting Brake nochmals 25 Liter drauf. Das ist ein wenig mehr, als die Mitbewerber A4 Avant und BMW 3er Touring anbieten. Wer beim SB die Rückbank umgelegt, lässt das Volumen auf 1354 Liter anwachsen. Allemal genug für einen Urlaub mit Golfgepäck oder den Großeinkauf. Immerhin kommt der „Kleine“ auf 4,63 Meter.

Das alles kommt zu den Golfbags, die bereits im Kofferraum sind.

Das alles kommt zu den Golfbags, die bereits im Kofferraum sind.

Die neue A-Klasse ist mit Fahrleistungen nicht geizig. Die Basis-Motorisierung von 122 PS (90 kW) beschleunigt das 1,6-Liter-Hubraum-Auto in 9 Sekunden auf 100. Endstation ist erst bei 202 Stundenkilometern. Unser Testwagen (und Karos Dienstwagen) verfügt dagegen über einen 2,5 Liter-Motor und 211 PS (155 kW). Allrad, bei Mercedes 4-Matic genannt, kommt noch hinzu. Eine gute Alternative für alle Winter- und Regeneinsätze.

Der Allradantrieb schaltet sich automatisch und elektronisch zum Frontantrieb hinzu, wenn der Untergrund schlüpfrig wird – wichtige Sekundenbruchteile bevor der Fahrer selber merkt, dass sich die Straße verändert hat. Nach oben hin gibt es in Sachen Leistung kaum Grenzen. Spitzenmodell ist der CLA 45 AMG. Für Eingeweihte sind diese drei Buchstaben Synonym für Leistung: 360 PS. Allerdings ist bei 250 km/h Schluss. Die Abriegelung tritt ihren Dienst an. Der Testverbrauch unseres 2,5-Liter-Benzin-Testwagen lag bei 7,2 Liter pro 100 Kilometern, vollbepackt und auf deutschen Autobahnen recht zügig unterwegs. Für den Kleinsten sind laut Herstellerangaben gerade einmal knapp sechs Liter genug.

Alles drin und der Redaktionshund sitzt obendrauf.

Alles drin und der Redaktionshund sitzt obendrauf.

Die Optik des CLA Shooting Break ist unübertroffen: von vorn aggressiv, von hinten elegant, dazwischen sportliche Optik, in der es sich bequem und sehr leise reist. Ein Hingucker auf den Golfplätzen der Südsteiermark.

lo res falken

Wenn man ein Haar in der Suppe finden möchte, ist es sicherlich der Preis. Der Grundpreis von gut 29.800 Euro ist kein Schnäppchen und die Aufpreispolitik für eine gute Ausstattung ist nicht ohne. Ein Extra, die akustische (oder noch besser die optische) Einparkhilfe hinten wie vor ist kein überflüssiger Luxus. Design hat seinen Preis in nicht berauschender Rundumsicht.

Unser Fazit: Ein Auto, das in seiner Formensprache und im Handling Frauen begeistert.

Übrigens:

Break oder gleichlautend Brake wurden früher als Anhänger, um den Widerstand ungezähmter Pferde zu brechen. Weil dies für Fuhrwerke nicht immer ohne Schäden abging, verwendete man leichte Aufbauten, die auch dazu dienten, die Jagdutensilien mitzunehmen: Das Shooting Brake. Ab den 1960er- und 1970er-Jahren erlebten die Shooting Beaks in Großbritannien ein Revival. Jäger und Golfer kauften diese speziellen Kombis, die aber eher wie Coupes aussahen.

 

.