Autotechnik: Audi setzt auf Leichtbau - golfen.cc
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Autotechnik: Audi setzt auf Leichtbau

Aus dem geprägten Seitenteil wird nach rund einem Tag eine fertige Karosserie für das Audi-Flaggschiff A8. Foto: Audi

Automobile anno 2017 haben alles – vor allem, wenn sie der Oberklasse oder Luxusklasse angehören. Sie bieten passive Sicherheit, aktive Sicherheit in Form von Assistenzsystemen ebenfalls, Luxus in Form von Klimaamlage, Geräuschdämmung, Kühlschrank in der hinteren Armlehne, Soundsystem und eine Anzahl von Elektromotoren für alle möglichen Sitzverstellungen. Doch: Das alles kostet Gewicht,

Audi Space Frame seit 17 Jahren

1994: Mit dem Audi V8 fing die Alu-Leichtbauweise an. Foto: Audi

Die Automobilhersteller reagieren darauf mit Ideen und Ingenieurs-Knowhow. Audi hat sich dieser Tage über die Schulter schauen lassen und die Tore eines total neuen Produktionsgebäudes geöffnet. Eine neue Produktionshalle von 50.000 Quadratmetern in Neckarsulm ist nur dem Leichtbau und intelligenten Werkstoffen gewidmet. Kostenpunkt zwei Milliarden Euro. Seit dem Jahr 1994 setzt Audi auf den damals revolutionären Space Frame, eine Bauweise, bei der Steifigkeit, Fahrkomfort und letztendlich Sicherheit durch einen Rahmenaufbau mit Stahl und Alu erreicht wird.

Seit 17 Jahren haben die Ingenieure der vier Ringe dieses System so verfeinert, dass der neue A8 im Gegensatz zu seinem Vorgängermodel deutlich leichter geworden ist. Und das bei höherer Sicherheit, wie sie die Normen der NCAP fordern. Intelligente und neue Werkstoffe machen diese Ersparnis möglich. Bis zu 40 Prozent Aluminium, Carbon und Magnesium werden neben Stahl im neuen Flaggschiff der Ingolstädter verbaut. Besonders bei den Verbindung zwischen den unterschiedlichen Werkstoffen war das Knowhow der Ingenieure und Fertiger gefragt.

500 Roboter bauen das Auto zusammen. Foto: Audi

Im Audi Leichtbauzentrum (ALZ), ebenfalls im neuen Produktionsgebäude, entstehen für die gesamte Flotte Lösungen, die auch in die Karosserien der Audi 8-, R8-, Q7 und RS-Reihe Eingang finden. Bald sollen die Erkenntnisse auch für alle Audi-Großserien genutzt werden. In den letzten Jahren haben sich die Erfindungen bei einer ordentlichen dreistelligen Zahl eingependelt.

Materialmix macht es möglich

So gesellen sich in einer Karosserie verschiedene Materialien zu einem Ganzen. Audis Ingenieure setzen dabei auf das Motto: Das richtige Material an der richtigen Stele in der richtigen Menge. Denn auf hochfesten Stahl verzichtet man dennoch nicht ganz – vor allem nicht in der Fahrgastzelle. In der neuen Produktionshalle werden 500 Fertigungs-Roboter ihren Dienst aufnehmen. Dazu kommen noch 90 Klebe- und 270 Stanznietsysteme. Insgesamt sind es fast 1.000 Hilfssysteme, die den Zusammenbau leichter machen. Die verschiedenen Materialien machen aber auch unterschiedlichste Verbindungstechniken nötig, derzeit sind 16 an der Zahl.

Besonders stolz ist man auf ein revolutionäres Verfahren, in dem die Verwendung von Carbon ein wichtige Rolle spielt. Dort, wo bisher Lagen von großen Carbontüchern mit Epoxidharz getränkt und faltenfrei geformt werden mußten, steht heute eine neue Fertigungsmethode. Zum Einsatz bei der verwindungssteifen Rückwand des A8 kommen zig Faserlagen aus 50 Millimeter breiten Carbonbändern, die mit dem Kunstharz unter Druck eine hoch steife Einheit bilden. Der Effekt: Schnellere Verarbeitung, kaum Verschnitt und ein mehr an Sicherheit für Fahrgastzelle bei weniger Gewicht.

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