Crans Montana: Wenn der Rasen auf dem LKW kommt

Mega-Maschinen verlegen den Rasen aus Niederbayern im Wallis. Foto: Schwab

Wenn die TV-Bilder vom größten Golfturnier der Schweiz derzeit über die Mattscheiben flimmern, sieht keiner, dass ein riesiger Aufwand dahinter steckte. Gemeint sind nicht die vielen Kilometer Kabel und die Manpower, um dieses Event möglich zu machen, sondern die Fairways. Im Golf-Club Crans-sur-Sierre in Crans-Montana spielt die Golf-Elite der aktuellen Omega European Masters auf professionellem Rollrasen aus dem bayerischen Waidhofen.

Deutschlands größter Rollrasenanbieter hat den derzeitigen Fairway-Rasen auf dem Platz verlegt – Stück für Stück. Der Rasentausch war durchaus spektakulär: So mussten 50.000m² Rasenrollen mit einem Gesamtgewicht von 1.750 Tonnen geschält, verladen und aus Bayern in die Schweiz transportiert werden. Nachts geerntet, ging der Rasen frisch und kühl auf die Reise – ein wichtiger Punkt, denn Rollrasen darf, bis er verlegt wird, höchstens 48 Stunden unterwegs sein.

Zwei Tage Vorlauf

Doch anders als für Fußballstadien, lässt sich bei der Rasenernte für einen Golfplatz vorab nicht berechnen, wie viele Rollen pro Tag benötigt werden. Die Anzahl variiert stark, je nach landschaftlicher Ausprägung des Areals – also wie gut zugänglich oder beispielsweise hügelig das jeweilige Platzstück ist. In Crans Montana ließ sich die Menge nur für jeweils zwei Verlegetage in Folge abschätzen. Für Schwab Rollrasen bedeutete das: nur zwei Tage Vorlauf für Ernte, Logistik und Transport.

70 Fernlaster brachten 1.750 Tonnen Rasen

Bahn für Bahn wird aufgetragen und ist in drei Wochen spielbereit. Foto: Schwab

Bahn für Bahn wurde aufgetragen und war in drei Wochen spielbereit. Foto: Schwab

Insgesamt wurden nicht weniger als 70 Fernlastzüge mit den 2,20 Meter breiten und 20 Meter langen Jumbo-Rasenrollen beladen. Bei der weiten Strecke bis in die Walliser Alpen galt es auch die Fahrt selbst gut zu planen: Grenzöffnungszeiten und Fahrerwechsel mussten so einkalkuliert sein, dass der Rasen möglichst schnell, jedoch nicht länger als zwei Tage unterwegs ist. Am Ziel angekommen, sorgte der Verlegetrupp dafür, dass der Golfplatz innerhalb von nur drei Wochen wieder spielfertig war. Der Fairway-Rasen ist nicht nur bei den Omega European Masters, sondern während der kompletten Spielsaison permanenter Belastung ausgesetzt. Dank Schwab Rollrasen kein Problem: seine speziellen Fairway-Rasen sind besonders regenerative Gräserzusammenstellungen – über Jahrzehnte hinweg optimiert und perfektioniert.