Golf-Blog 02/17: Pebble Beach - einmal im Leben? - golfen.cc
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Golf-Blog 02/17: Pebble Beach – einmal im Leben?

Emsige Betriebsamkeit vor dem Proshop. Foto: CB

Irgendwie beschleicht mich ein seltsames Gefühl. Jetzt bin ich von Deutschland an die Westküste Amerikas nach Kalifornien geflogen – 12 Stunden und 9 Stunden Zeitunterschied. Jet Lag ohne Ende. Habe mit dem Mietauto Kurve um Kurve hinaus zum Golfplatz auf die Del Monte-Halbinsel geschafft, mir bei jedem Kilometer überlegt, wie es wohl sein wird, auf dem geheiligten Rasen von Pebble Beach zu stehen. Und jetzt das!

Fünf Busse zur selben Zeit auf dem Parkplatz des Pebble Beach Links sind keine Seltenheit. Fopto: CB

Aus fünf Bussen quellen Asiaten, die mit mit gezückter Kamera jede Ecke von Pebble Beach Golf Links fotografieren. Zurück kommen sie nach einer Stunde aus dem Proshop mit gefüllten Plastiktüten und leerem Geldbeutel, denn auch die Souvenirs hier sind nicht billig. Rund 100 Dollar für ein Logoshirt, 15 Dollar für einen Ballmarker mit Prägung. Also erster Schock: Nicht nur ehrfürchtige Golfer, die sich auf die Runde ihres Lebens vorbereiten und dafür mindestens 600 Dollar pro Kopf berappen. Dafür treiben sich hier Massen von Menschen herum, die mit Golf eher nichts am Hut haben, aber den teuersten Golfplatz der Welt sehen und ablichten wollen.

100 Dollar pro Stunde sind auch kein Schmutz

Am Tee 1 ist es dann vergleichsweise ruhig. Ruhig, das heißt aber, dass sich am Abschlag nicht nur Viererflights auf das Spiel vorbereiten. Auch hier klicken ständig die Kameras, denn Mutti will Vati festhalten, wenn er pro Stunde 100 Dollar verbrennt. Dazwischen Caddies, die man mieten kann oder auch nicht. Begleitpersonen und Helfer – ein bißchen wie Hauptbahnhof zu Rushhour.

Mein Flight schlägt endlich ab. Mit mir spielen ein Immobilienmakler aus New York und zwei Asiaten, beide aus Singapur und offenbar in der selben Branche wie Tom, der New Yorker. Bis zum Loch 5 sind sie mehr mit sich und ihrer Vorstellungsrunde beschäftigt als mit dem Golfplatz. Ich spiele Loch für Loch, warte auf den Aha-Effekt, auf die sieben, die ich schon am Vortag von nahen und öffentlichen Strand des Städtchens Carmel by the Sea gesehen habe.

Das unfreundliche Wetter schlägt sich auf meine Stimmung

Es nieselt leicht, ist windig und unfreundlich. Vielleicht drückt auch das meine Stimmung, aber das Hochgefühl, das ich mir so erhofft habe, setzt nie ein. Viel mehr frage ich mich, ob das viele Geld, das ich besser in andere Golfplätze investiert hätte, hier gut aufgehoben ist. Irgendwie quäle ich mich (wie übrigens auch meine Flightpartner) über die Runde. Der Wind drückt stark gegen den Schlag auf dem vergleichsweise kurzen Par 3. Die 7, sicher das meist fotografierte Golfloch, zeigt seine Zähne. Ein Eisen 5 ist für mich nicht genug. Ich streiche am Ende das Loch, opfere drei Bälle. Einzig der New Yorker benötigt nur zwei Bälle, spielt das Loch zu Ende und schreibt eine 6.

Blick aus dem Clubhaus auf die 18 von Pebble Beach. Foto: CB

Von ihm erfahre ich auch, dass er das normale Prozedere, auf diesen Golfplatz zu kommen, gewählt hat. Er buchte ein Kombiangebot, das zwei Nächte in der relativ gewöhnlichen Pebble Beach Lodge, je eine Golfrunde auf Spyglass Hills, The Links at Spanish Bay und eben Pebble Beach Golf Links umfaßt. Kostenpunkt rund 2.100 Dollar.  Da hatte ich ja wirklich Glück, dass die meine knapp 500 Euro Greenfee einfach so genommen haben. Die geschäftstüchtige Pebble Beach Corp. betreibt auch noch den Del Monte Golf Course in Monterey, auf dem ich wohne und der eher ein unspektakulärer Parklandcourse ist.

Klippenlöcher zum halben Preis

Loch 18 des Half Moon Bay Ocean Corses. Im Hintergrund das Ritz Carlton Half Moon Bay. Foto: HMB

Wer allerdings einen ähnlichen Platz wie Pebble Beach sucht, etwas weniger ausgeben und sogar bessere Leistung haben will, sollte sich das Ritz Carlton Half Moon Bay, eine knappe halbe Autostunde nördlich von Carmel anschauen. Das Hotel ist Weltklasse, sein Restaurant mit der erlesenen Seafood-Platte und Weltklasse-Steaks ebenso. Die Fischvorspeise für zwei ist reichlich für ein Abendessen und kostet rund 60 Dollar.

Unberechenbares Wetter

Golferisch spielt sich alles im preislichen Mittelfeld ab – für kalifornische Verhältnisse wohl gemerkt! Das Greenfee gut 200, das Hotelzimmer (für zwei) knapp 400 Dollar. Die Qualität des spektakulären Half Moon Bay Ocean Courses und des spielerisch etwas einfacheren, aber keineswegs schlechteren Old Courses ist ausgezeichnet. Gerade an den am Pazifik liegenden Löchern, vor allem 16 bis 18 spielt der Wind erneut keine geringe Rolle. Der Wind kommt von der Seeseite, dort fällt das Gelände steil an den zerklüfteten Sandsteinfelsen zum Meer ab. So wird auch hier ein kurzes Par 3 (Loch 17) und das nicht besonders lange 18. Loch (Par 4) zur Herausforderung. Vielleicht war ich weniger aufgeregt und keine Kameras verfolgten mich. Jedenfalls landet an der 17 der Abschlag auf dem Vorgrün: Bogey.

An der 18 spiele ich ein Doppelbogey. Die Sonne ist wieder herausgekommen, die gut 50 Gäste auf der Terrasse oberhalb des Grüns nehmen von mir zwar Notiz, kümmern sich aber mehr um ihre Drinks als um mich. Dass es zwischendurch mal aus Kübeln geregnet hat und mein Regenanzug keine Fehlinvestition war, ist dem unberechenbaren Pazifikwetter geschuldet. Gut, dass ich mir noch einen Satz Regenhandschuhe im Proshop zugelegt habe.

visitcalifornia.com/de

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