Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s… - golfen.cc
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Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s…

Hopfenbotschafterin Elisabeth Stiglmaier in ihrem Hopfengarten. Foto: BS/OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Kennen Sie das älteste Lebensmittelgesetz der Welt? Wasser, Malz und Hopfen – mehr nicht! Aus diesen drei Lebensmitteln wird nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 Bier gebraut. Gerade nach einer Runde schmeckt es – egal, ob mit oder ohne Alkohol. Der Sud aus Wasser und  zuckerhaltigem Gerstenmalz gärt, daraus entwickelt sich Alkohol, so weit so gut – aber wozu dient der Hopfen? Der ist nichts anderes als die Möglichkeit, das alkoholhaltige Gebräu haltbar zu machen. Dass Hopfen nebenbei Bitterstoffe einbringt, die das Bier angenehm herb machen, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Besuch bei der Hopfenbotschafterin

Elisabeth Stiglmaier, schlüpft auf ihren Hof in Attenhofen in die Rolle der Hopfenzupferin in historischem Gewand. Foto: Bayern Tourismus

Wir sind an den Ort in Deutschland gefahren, der wie kein anderer für Hopfen steht: Die Hallertau. Diese bayerische Region, grob gesagt nördlich von München zwischen Ingolstadt und Regensburg ist aufgrund ihrer klimatischen und topografischen Lage prädestiniert für das Windengewächs Hopfen. Es wächst an bis zu sieben Meter hohen Rankstangen und Drahtseilen empor und bringt der Hallertau gute Einnahmen.

Eine der 14 Hopfen-Botschafterinnen, Elisabeth Stiglmaier aus Attenhofen, leitet nicht nur den Hopfen-Erlebnishof der Familie, sondern ist auch eine Bier-Sommelière. Keine könnte den Hopfen und seine Geschichte besser erzählen als sie. Gruppen von Interessierten nimmt sie mit auf ihren Hof, in die örtliche Pfarrkirche und in den Hopfengarten. Dort spannt sie den Bogen von der ersten Pflanzungen der Rankdolde durch den slawischen Stamm der Wenden vor gut 1.000 Jahren bis zur Neuzeit, in der 17.000 Hektar Anbaufläche mit  gut drei Dutzend verschiedenen Hopfensorten, die heute in der Hallertau angebaut werden, zur Verfügung stehen.

Nach Turbulenzen beim Hopfenpreis tut eine Entwicklung der letzten fünf Jahre den Hopfenbauern gut: Die Craft-Bierszene. Kocht ein Billigbierbrauer seinen Sud mit 40 Gramm pro Hektoliter Hopfen ein, verwenden die Crafter die bittere Zutat pfundweise.

800 Touristen pro Jahr im Schnell-Seminar

Der Blick von der Pfarrkirche Attenhofens landet immer wieder beim Hopfen. Foto: BS/OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Hopfen-Botschafterin Elisabeth Stiglmaier bringt ihre Begeisterung pro Jahr rund 800 Touristen näher, die zum Teil zur Fortbildung zum Teil als Landprogramm von Flusskreuzfahrten nach Attenhofen kommen. Am Ende einer solchen Hopfen-Lehrgangs im Schnellverfahren gibt es dann noch ein Hopfenmahl, so wie es am Ende der Erntezeit für die vielen Helfer, die „Hopfenzupfer“, in der guten alten Zeit üblich war: Bier, Nudelsuppe, Schweinebraten, Knödel, Kraut.

Wem nach der Stärkung nach Mehr ist: Das Deutsche Hopfenmuseum in Wolnzach enthält noch viel mehr Informationen und Wissenswertes rund um den Gerstensaft bzw. eines der wichtigsten Bestandteile: Hopfen. Spätestens hier erfährt der Besucher dann auch, was es mit dem Spruch „Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s“ auf sich hat.

www.bayern.by/traditionell-anders/hopfen-hautnah

www.hopfenfuehrung.de

 

 

 

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