Sri Lanka Golf: Chamaras Liste - golfen.cc

Sri Lanka Golf: Chamaras Liste

Er ist ein Mann, den viele der gut 20 Millionen Einwohner auf der Insel Sri Lanka beneiden. Sein Vater besitzt eine große und gut laufende Teeplantage, exportiert nach Übersee und er könnte sich eigentlich zurücklehnen und die Arme verschränken. Tut er aber nicht. Er baut derzeit eine kleine, aber feine Hotelkette auf, die auf der Insel im Indischen Ozean einzigartig ist. Chamara Abeyratna hat vor fünf Jahren ein Öko-Hotel eröffnet, das ausschließlich durch Mund-zu-Mund-Werbung auf Monate hin ausgebucht ist.

Sri Lanka Golf

Einer der Bungalows im Morgendunst: 98 Hektar Natur gehören zum Hotel. Foto:BS

Die Zimmer- eigentlich sind es Bungalows – sie sind auf dem 98 Hektar großen Berggrundstück verteilt – sind geschmackvoll, stylisch mit Glas, Beton, Naturholz an die Berghänge geklebt. Das „98 acres“ heißt so, weil Chamara eben insgesamt 98 Hektar Grund zur Verfügung hat. Der meiste Grund ist nicht bebaut und so schweift der Blick der Gäste von der Terrasse, vom Infinity-Pools vor den Bungalows über Natur, Wälder und Teeplantagen – alles zum Hotel gehörig. Bis Herbst will der mit einem Partner eine ein Kilometer lange Zip-Line von einem Berg zum anderen spannen, eine zusätzliche Attraktion und Nervenkitzel für vor allem inländische Touristen.

Luxusresort im Backpackerdorf

Das „98 acres Resort & Spa“ liegt einige Autominuten oberhalb des Backpacker-Dorfs Ella im Hochland von Sri Lanka, hat aber so gar nichts mit den Rucksacktouristen gemeinsam. Die Übernachtungspreise jenseits der 240 Euro und die Speisenkarte im vorzüglichen Restaurant haben mit den Billigtouristen des Ortes ebenso wenig zu tun wie das Durchschnittseinkommen seiner Klienten mit dem der Backpacker.

Sri Lanka Golf

Grund des Reichtums: Tee – das Grundnahrungsmittel auf Sri Lanka. Foto: SLT

Chamara hat aber außer dem Aufbau zukunftsträchtiger Hotels noch ein Hobby: Golf. Der Enddreißiger und Vater zweier Söhne ist nicht nur Mitglied aller Golfplätze der Insel, sondern hält in zwei von vier Clubs auch noch den Titel des Clubmeisters. Der Handicap-10-Spieler hat seine eigene Skala der besten Golfclubs auf Sri Lanka. Nummer 1 ist ganz klar sein Heimatclub Nuwara Eliya, der gut zwei Autostunden noch höher im Hochland liegt. Auf Platz 2 rangiert bei ihm der Royal Colombo GC. Platz drei der Victoria-Course von Kandy, ebenfalls im Hochland und Platz vier gibt’s für den jüngsten Platz im Bunde, Hambantota.

Unsere Hitliste

Nun diese Reihung ist natürlich von persönlichen Empfindungen und Lokalpatriotismus geprägt. Der geneigte Chronist vergibt seine Sternchen etwas anders.

Sri Lanka Golf

Viktoria Golf: Ein Gefühl vom Out-of-Afrika. Foto: BS

  1. Victoria/Kandy. Dieser Golfplatz besticht durch seine weiten Fairways, seine trickreichen, teils engen Löcher und seine phantastischen Ausblicke auf den Dschungel und den Victoria-Stausee. Das Out-of-Africa-Feeling, der tiefblaue Stausee im Tal, auf dem immer wieder Wasserflugzeuge landen und die schier unendliche Wildnis außen herum, suchen ihresgleichen. Dazu ein modernes Clubhaus und durchaus spielbare Leihschläger und das angenehme Klima – eigentlich sollte man sich hier am Golfplatz einige Tage einmieten. Die Bungalows sind verlockend und mit Preisen um die 100 Euro pro Nacht sehr preiswert.
  2. Hambantota. Anders als Victoria ist der Platz von Hambantota erst einige Jahre alt. Das feine 5-Sterne-Hotel der Shanghai la-Kette besticht durch Service und Qualität. Die Fairways verlaufen weitgehend eben, häufig am Wasser, steigen zum Ende an und enden in einem schwierigen Par 3 vor dem Clubhaus.
  3. RCGC. Der Royal in Colombo atmet wie kein anderer Platz die Golfgeschichte der Insel. Gegründet durch die Engländer, liegt er heute mitten in der Stadt. Eben Fairways, hin und wieder Wasser – seine Schwierigkeiten halten sich in Grenzen. Auf der Clubhausterrasse sitzt man unter langsam drehenden Ventilatoren. Die Stadt mit ihrem Verkehr, ihren Häusern und Wolkenkratzern ist beinahe von allen Spielbahnen zu sehen oder hören.
  4. Nuwara Eliya. Der zweitälteste Platz des Landes steht in einem jährlichen Wettkampf um die Burnett Trophy mit dem RCGC. Mannschaften beider Clubs tragen mal in der Hauptstadt, mal im Hochland einen Wettkampf nach Ryder Cup-Format aus. Dem Vernehmen nach steht es ziemlich ausgeglichen. Hotelier Chamara hat bei diesem Cup zwei Seelen in seiner Brust. Meist spielt er für den Hochland-Club. Er liegt ähnlich wie der Hauptstadt-Platz auf seinen ersten Neun ziemlich im Verkehr. Mitten durch den Platz laufen Menschen, die den Park als willkommene grüne Lunge und für ihre Wege als Abkürzung sehen.
  5. Sri Lanka besitzt noch einen fünften Golfclub im Nordosten der Insel in Trincomalee, der aber touristisch überhaupt keine Rolle spielt und zur Navy gehört.

    Sri Lanka Golf

    Hambantota GC: Zwischen Meer und Lagune. Foto: SLT

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    Nuwara Eliya GC: Mitglieder kümmern sich um die örtliche Jugend. Foto:BS

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    Der Royal Golf Colombo – nicht nur für Mitgleider. Foto: BS

    Caddies – hilfreiche Geister

    Ein Wort zum Caddie-Wesen auf Sri Lanka. Anders als in Mitteleuropa verdienen sich hilfreiche Geister Geld damit, dass sie die Golftaschen tragen, die verirrten Bälle der Spieler suchen und wenn der Schwung allzu schlimm ist, schon mal Ratschläge erteilen. Oft spielen die Caddies, die im Club ausgebildet werden, besser Golf als die Urlauber. Das Caddie-Fee, also die Gebühr pro Runde, ist fest geregelt. Sie ist im Büro angeschlagen oder zu erfragen. Ja nach Platz sind das zwischen 600 und 1.000 Rupies (rund 3,50 bis 5,50 Euro). Ein Trinkgeld in Höhe des Caddiefees in etwa derselben Höhe ist üblich. Wer einen Golfhandschuh übrig hat, gewinnt einen Freund fürs Leben. Allerdings: Viele Golfclubs wollen, dass Golfer ihre Geschenke auf Vordrucken dokumentieren, damit Missverständnisse ausgeschlossen sind. Die Greenfeepreise schwanken zwischen Hauptstadt und Hochland zwischen 40 und 50 Euro. Fazit: Wer manikürte Fairways erwartet, wird in Sri Lanka vielleicht etwas enttäuscht sein – das Spiel ist eher naturbelassen. Die Greenkeeper und Arbeiter am Platz tun sicherlich ihr Möglichstes, was aber nicht immer heißt, dass die Greens und Bunker so beschaffen sind, wie der Golfer es international erwartet. In den Bunkern fehlt schon mal Sand, die Grüns sind trotz kurzem Schnitts langsam.

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