Zebras am dritten Loch - golfen.cc

Zebras am dritten Loch

Es gibt natürlich nähere und sich leichter erschließende Gegenden in der Welt der Golfer. Kaum ein Land hat aber eine solche Vielfalt zu bieten wie Kenia. Eine Reise von „Out of Afrika“ an den Indischen Ozean.

Great Rift Valley Lodge liegt in einer der ursprünglichsten Gegenden, die Kenia dem Golftouristen zu bieten hat. Die Lodge liegt abseits, nur über eine Schlaglochstrecke zu erreichen, die derzeit als Teerstraße ausgebaut wird. Kein Verkehr, unglaubliche Ruhe, nur ab und zu das Klacken der Driver und das Zirpen der mehr als 250 Vogelarten. Nachts spannt sich über der Lodge dann ein schier endloser Sternenhimmel, der hier näher als anderswo erscheint. Ist er auch ein wenig, denn das Great Rift Valley ist der über 9.000 Kilometer lange Ostafrikanische Grabenbruch, der auf mehr als 2.100 das wahrscheinlich höchste, sicher aber das längste Tal birgt.

Doch zurück zum Golf: Der Resortkurs ist golferisch nicht besonders aufregend, dafür aber das wilde Tierleben. Beinahe handzahme Zebras äsen friedliche neben dem Grün und trollen sich dann unauffällig. Gute Golfer bessern nicht nur die Pitchmarken, sondern auch die Tritte der Paarhufer aus. Wie überall in Kenias macht solche Arbeiten natürlich nicht der Spieler selber, sondern der Caddy. Wer genau hinsieht und seine Schläge nicht laut kommentiert, kommt auch in Genuss, die zierlichen Antilopen im nahen Rough zu sehen. Caddies bekommen übrigens im ganzen Land den selben Lohn: 1.000 Keniaschilling (rund zehn Euro) plus Tip, wenn man zufrieden war. Wer dann noch ein Basecap, eine Sonnenbrille drauflegt oder seine alten Golfschuhe da läßt, hat einen Freund fürs Leben gefunden.

lo res zebra

Drehort von „Jenseits von Afrika“

Tief im Tal liegt der 130 Quadratkilometer große Naivashasee, an dessen Ufern der Hollywood-Blockbuster „Jenseits von Afrika“ gedreht wurde. Um die Drehorte zu besichtigen, bedarf es einer Bootsfahrt auf dem Naivashasee See, der großen Wasserscheide Kenias. Schon die ersten Meter im Boot bringen die gar nicht so sanften Riesen Afrikas näher. Die tonnenschweren Nilpferde lassen sich tagsüber recht gefahrlos vom Boot aus besichtigen, denn da schlafen sie. In der Dämmerung allerdings gehen sie an Land und äsen. Wer dann zwischen die Tiere und ihre „Badewanne“ gerät, lebt gefährlich. Die tonnenschweren Vegetarier trampeln alljährlich bis zu 400 Menschen zu Tode. Büffel, Thomson-Gazellen, Antilopen, Gnus und Giraffen wurden 1984 zu den Dreharbeiten von „Jenseits von Afrika“ auf einer großen Halbinsel angesiedelt und werden heute als Sehenswürdigkeit vermarktet.

lo res büffel

Selbst die sandige Landebahn für den Filmhelden und Großwildjäger Denys Finch Hatton ist noch zu sehen und wird heute für Rundflüge benutzt. Momo, der kenianische Wildlife-Guide sagt: Heute werden Rundflüge für Touristen angeboten, die auf den Spuren von Tanja Blixen und ihren Afrika-Erlebnissen die Wildnis von oben sehen wollen, allerdings stören heute wenig außerhalb des Naturidylls die ausgedehnten Gewächshäuser für Kenianische Rosen, das Bild. Neben dem Tourismus sind vor allem landwirtschaftliche Güter Exportschlager des ostafrikanischen Landes.

Ausgangspunkt für die Hochland-Plätze ist die Hauptstadt Nairobi. Hier reihen sich einige gute Golfplätze rund um die immer quirlige Stadt wie beispielsweise der ehrwürdige Windsor GC nur eine halbe Autostunde vom Zentrum entfernt. Das Resort wartet mit einem ausladenden, viktorianischen Clubhaus, eleganten Zimmern und einer monströsen Clubhausterrasse am 18. Grün auf. Die Caddies sind hier am besten geschult, tragen nicht nur die Bags, sondern geben auch Tipps für die beste Puttlinie und sind auch noch Naturführer, wenn Vögel und Makaken der Weg der Golfer kreuzen. Nicht umsonst wurde das Windsor Golf Resort mit dem „World Golf Award 2014“ als bestes Golfhotel Afrikas ausgezeichnet.

lo res caddies windsor

1.000 Schilling Caddy-Lohn

James der dunkelhäutige Caddy spricht leidlich englisch und ist golferisch seine 1.000 Keniaschilling wert. Pro Club buhlen mehr als 150 Bauträger um die Gunst der Golfer. Sie kommen pro Woche rund zweimal zum Einsatz und sind glücklich, wenn sie am Nachmittag mal selber zum Schläger greifen dürfen. Zuhause wartet die ganze Großfamilie auf den Trägerlohn.

Ein ganz anderes Bild eine Flugstunde von der über 2.000 Meter hoch gelegen Hauptstadt entfernt dann 30 Kilometer nördlich von Mombasa, die Vipingo Golf Lodge mit eigenem Golfplatz unter tropischer Sonne. Während im Hochland die Temperaturen selten über 25 Grad ansteigen, wartet die Küste mit tropischen gut 35 Grad auf. Dieser 18-Loch-Platz hat es in sich. Kaum eine Spielbahn wie die andere, knifflige Doglegs, Gefälle und Steigungen, dazu eine stete Brise. Wer hier auf Anhieb klarkommt – alle Achtung!

Caddy John hat seine eigene Philosophie. Er schätzt das Handicap seiner Spieler je nach Ergebnis ausgewählter Spielbahnen. Ob er wegen des zu erwartenden Trinkgelds nur schmeicheln will, wer weiß? Die Vipingo Lodge ist das beste Golfresort an der Küste, wenn man es an der Unterkunft und am Golfplatz mißt. Die großzügigen Villen in kubistischem Stil sind für Familien oder Freunde ideal. Im Erdgeschoss das stattliche Wohnzimmer mit Küche und zwei bis drei Schlafzimmer. Dazu eine große Terrasse und eine Dachterrasse, alles mit Blick auf den Indischen Ozean. So schön kann Golf-Urlaub sein. Und bald soll hier noch ein zweiter 18-Loch-Platz gebaut werden.

Sicherheitskräfte allgegenwärtig

Nördlich von Mombasa dann der gepflegte Mitgliederplatz Nyali. Ein Privatkurs, den man nur auf Einladung spielen kann. Das Logo des Clubs zeigt einen Makaken, die dann in Familientrupps die Fairways kreuzen. Dann und wann sitzen einige neugierige Exemplare auf den Ballwaschern oder Bänken. Wenn Golfer sich nähert, nehmen sie Reißaus.
Die Sicherheitslage in Kenia ist derzeit ruhig. Allerdings tun Flughäfen, Resorts und Hotels viel dafür. Ein Großaufgebot an Sicherheitskräften, die allgegenwärtig sind, sichert, bewacht und kontrolliert. Kein Resort ohne große Mauern, Zäune, Nagelbretter, doppelte Wachen und Stacheldraht. Selbst am Strand steht ein Uniformierter mit Sprechfunk und Schlagstock. Dennoch sieht Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der parallel zu unserem Besuch in Nairobi war, Kenia als Stabilitätsanker in Afrika, als ein Land, das man nicht nur mit Krisen und Konflikten in Verbindung bringen dürfe.

Hakuna Matata – keine Eile

Auf großen Hauptstraßen verirren sich schon mal Rinder und Ziegen, die neben den Straßen weiden. Die Hirten beschleunigen ihre Schritt unmerklich, um die das Vieh von den heranbrausenden Autos zu retten. Hakuna Matata (Alles Gut, Kein Problem) ist das Motto eines ganzen Landes. Der Herr erschuf dir Zeit, von Eile hat er nichts gesagt… Wenn ein Touristenbus dann einmal eine Panne hat, aussteigen, nicht jammern, mit den Hirten ratschen (so dies möglich ist) und Geduld beweisen. Irgendeine Lösung wird kommen. Im Zeitalter des Handy natürlich schneller, als zu Finch Hattons Zeiten. Dazu ein Tipp am Rande: Wer den neuen Koffer und das feine Golfbag dabei hat, wird sich nach einigen Tagen Fahrt wundern, dass der Grundton mehr rot ist. Meist reisen Gepäckstücke nach Landesart auf dem Dach und nicht in einem Kofferabteil unter dem Fahrgastraum, dieses ist schlicht nicht vorhanden. Die rote Erde, die im ganzen Land anzutreffen ist, durchdringt auch feinste Ritzen. Manchmal wuchten Fahrer und Helfer Golfbags und Koffer durchs offene Fenster auf die letzten Sitzreihen.
Gelduld oberste Touristenpflicht

Bei der Einreise ist nach dem langen Flug erst einmal Geduld angesagt, denn die Immigration und die Visaerteilung (50 US Dollar) dauert bis zu zwei Stunden. Überhaupt ist in diesem afrikanischen Land Geduld keine überflüssige Tugend. Die Straße sind nur auf den Hauptrouten gut, manche Lodges wie die Great Rift Valley Lodge sind nur über Schotterstrassen und Schlaglochstrecken erreichbar. Und Schlagloch meint in Afrika wirklich Schlagloch. In der Hauptstadt Nairobi sind Staus allgegenwärtig. Eile ist ein Fremdwort.

 

Die Top 10 Kenias

Unsere schottischen Kollegen von „Top 100 Golf Courses“ haben die kenianischen Golfplätze bewertet. Die Top 10 in Kenya sind:

1 Vipingo Ridge

2 Sigona

3 Muthaiga

4 Windsor

5 Nyali

6 Karen

7 Great Rift Valley

8 Limuru

9 Royal Nairobi

10 Leisure Lodge

 

Währung: 1.000 Keniaschilling entsprechen 10 Euro. Euro und Dollar werden als Alternativwährung überall gern genommen. Die Umrechnungskurse in den Hotels schwanken stark.

Anflug: KLM und British Airways sind die besten Möglichen, direkt nach Nairobi zu fliegen. Condor bietet Mombasa an.

Hotels: www.vipingoridge.com,

www.heritage-eastafrica.com/golf-resort/great-rift-valley-lodge-golf-resort/

www.windsorgolfresort.com

Rundreisen: Deutsche Reiseveranstalter haben Rundreisen mit Golf dem Programm.

Auskunft: Mehr infos über www.keniatourism.de

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